Stellungnahme des Bürgervereins Bamberg Ost zur geplanten Umgestaltung der Zollnerstraße – Mobilitätssenat vom 25.11.2025

Trotz der vereinzelten Kontakte der Stadtverwaltung mit dem Bürgerverein Bamberg Ost, müssen wir feststellen, dass eine inhaltliche Annäherung bislang nicht gelungen ist und wesentliche Punkte unserer letzten Rückmeldungen in den städtischen Unterlagen und der Sitzungsvorlage zum Mobilitätssenat vom 25. November 2025 nicht berücksichtigt wurden.

  1. Unzureichende Einbindung und verspätete Information
    Bereits im März 2025 haben wir gegenüber der Stadtverwaltung kritisiert, dass der Bürgerverein lediglich eine Woche vor der damaligen Sitzung des Mobilitätssenates über die weitreichenden Planungen informiert wurde – und das ausgerechnet während der Winterferien. Diese zeitliche Enge hat weder eine fundierte Beratung im Vorstand noch im Ausschuss ermöglicht. Die von uns geforderte Ortsbegehung fand seinerzeit kurzfristig und ohne Ergebnis statt.

  2. Zentrale Ablehnungsgründe – Parkraumverlust als untragbare Belastung
    Der in der Präsentation dargestellte Wegfall von mindestens 12 bis 14 öffentlichen Stellplätzen ist aus Sicht des Bürgerverein Bamberg Ost nicht akzeptabel.
    Das gesamte Quartier – insbesondere durch die fortschreitende Belegung des Lagarde-Standorts – leidet bereits heute unter einem massiv steigenden Parkdruck.

    Die eigenen Erhebungen der Stadtverwaltung an mehreren Tagen bestätigten deutlich:
    – Höchste Auslastung der Stellflächen
    – Hoher Parkdruck zu nahezu allen Tageszeiten
    – Keine geeigneten Ersatzflächen im Umfeld

    Ein Abbau von Parkraum trifft die Anwohnenden unmittelbar und erheblich.
  3. Forderung: Erst das neue Parklizenzgebiet – dann Gespräche über Umbaumaßnahmen
    Spätestens in der gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Ausschuss des Bürgerverein Bamberg Ost am 25. März 2025 – bei der das Stadtplanungsamt anwesend war – wurde ein klarer Konsens erzielt:

    Vor jeder baulichen Veränderung in der Zollnerstraße muss das neue Parklizenzgebiet umgesetzt werden.

    Erst wenn dessen Wirkung im gesamten Quartier messbar ist, kann beurteilt werden, wie sich die Parksituation entwickelt – und ob überhaupt Spielraum für Veränderungen entsteht.

    Doch bis heute gilt:
    – Das Lizenzgebiet ist offensichtlich nicht finalisiert.
    – Eine Abstimmung mit de Bürgerverein Bamberg Ost, wie es der Mobilitätssenat schon im September 2025 beschlossen hat, hat seit Ende September 2025 nicht stattgefunden.
  4. Unser Alternativvorschlag – von der Verwaltung abgelehnt
    Der Bürgerverein Bamberg Ost hat einen konstruktiven Gegenvorschlag erarbeitet, der:
    – einen sicheren Radweg,
    – die Beibehaltung der Parkplätze,
    – sowie einen großzügigen Grünstreifenmit deutlich verbesserten Versickerungsflächen für die Bäume ermöglicht.

    Der Vorschlag kombiniert eine effiziente Flächennutzung (inkl. kombinierter Geh-/Radwegabschnitte) mit echter Aufenthalts- und Umweltqualität.

    Die Verwaltung rät hiervon jedoch ab, ohne dies im Dialog mit dem Bürgerverein Bamberg Ost weiter zu diskutieren.
  5. Mangelnder Dialog – fehlende Berückichtigung der Position des Bürgervereins
    Unsere schriftliche Stellungnahme vom 28. September 2025, in der wir die Ablehnung des unveränderten städtischen Vorschlages nochmals bekräftigten, wurde nicht in die Sitzungsvorlage zum Mobilitätssenat aufgenommen.
    Ein weiterer Austausch mit uns fand nicht statt.
  6. Konsequenz: Der Bürgerverein lehnt den unveränderten Vorschlag weiterhin ab
    Unter den aktuellen Rahmenbedingungen – fehlende Parklizenzierung, erheblicher Parkdruck, nicht abgestimmter und diskutierter Alternativvorschlag, ausstehender Dialog – kann der Bürgerverein Bamberg Ost dem Vorhaben nicht zustimmen.

    Eine Umgestaltung, die auf nur 230 Metern mindestens 12 bis 14 Stellplätze streicht, wäre für die Menschen im Viertel schlicht nicht zumutbar.
  7. Unser Appell: Gemeinsam im Dialog Lösungen entwickeln
    Wir legen großen Wert auf ein konstruktives Miteinander mit der Stadt Bamberg – den wir bisher auch grundsätzlich gut pflegen. Wir haben heute einen Termin mit dem Oberbürgermeister vereinbart, um in den offenen Dialog zurückkehren, gemeinsam eine Lösung entwickeln, die Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und die Bedürfnisse der Anwohnende verbindet.

Nur gemeinsam – nicht im Alleingang – lassen sich städtebauliche Veränderungen erfolgreich, nachhaltig und akzeptiert umsetzen.

Ihr Bürgerverein Bamberg Ost

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